Maßnahmen zum Hitzeschutz an der htw saar anlässlich der Hitzewelle 2026
Vorschläge aus der Studierendenschaft
Anlass für die im folgenden aufgeführten Maßnahmenvorschläge sind die während der Hitzewelle im Juni und Juli 2026 aufgetreten Belastungen der Studierendenschaft beim Besuchen von Lehrveranstaltungen und Prüfungen an den Standorten der htw saar. Insbesondere in den Altbauten war aufgrund der starken Hitze konzentriertes Lernen, Arbeiten und Ablegen von Prüfungen nur noch sehr eingeschränkt möglich.
Ausgehend von der Diskussion des Themas in der Sitzung des StuPa am 27.06.2026 hat sich eine breite Basis aus Studierendenvertreter:innen, darunter die Fachschaften, das StuPa Präsidium und Vertreter:innen des AStA zusammengefunden, um die wichtigsten Probleme zu identifizieren sowie konstruktive Lösungsvorschläge zu sammeln.
Dabei wurden die vorgeschlagenen Maßnahmen in zwei Kategorien aufgeteilt:
Kurzfristige Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden können, um die akute Belastung der Studierenden zu reduzieren, sowie langfristige Maßnahmen, die die Hochschule auf die Hitzewellen in den kommenden Jahren vorbereiten sollen.
Wir fordern die Verantwortlichen im Hochschulpräsidium der Hochschule dazu auf, diese Maßnahmenvorschläge umzusetzen und die Hochschule für diese sowie zukünftige Hitzewellen zu wappnen!
Gerne sind wir in diesem Zuge zu Austausch und Zusammenarbeit bereit.
Inhalt
Für viele Studierende ist das Ausweichen in private Wohnungen keine Option, um der Hitze zu entkommen. Die Hochschule muss deshalb über kühle Räume verfügen, in denen das konzentrierte Lernen möglich ist. Zentrale Arbeitsräume wie die Alte Mensa oder die Bibliothek am CAS sind jedoch aktuell durch die Hitze kaum nutzbar. Kurzfristig sollten deshalb insbesondere bereits vorhandene kühle Räume schnell und unkompliziert auch abseits von Lehrveranstaltungen nutzbar gemacht werden.
- Die Seminarräume in Gebäude 11 sollten kurzfristig und unkompliziert für die Nutzung durch Studierende geöffnet werden.
- Vorhandene Klimaanlagen und Sonnenschutzeinrichtungen (Jalousien
usw.) sowie Fenster sollten auf ihre Funktion und Bedienbarkeit geprüft werden. Häufig sind aktuell bspw. keine Fernbedienungen für Klimaanlagen vorhanden, welche daher nicht genutzt werden können. Außerdem sind insbesondere in den Altbauten die Jalousien oft defekt. Auch sind die Fenster in den Arbeitsräumen der Bibliothek nicht benutzbar. - Die Schaffung neuer Lernorte in kühleren Bereichen, z.B. in Kellern, Fluren
und Außenbereichen, könnte durch das kurzfristige Aufstellen von vorhandenen Tischen und Stühlen unkompliziert umgesetzt werden. - Kostengünstig und schnell umsetzbar ist die Anschaffung von Ventilatoren
für alle zur Lehre und zum Lernen genutzten Räume. - Das Aufstellen neuer und die Instandhaltung bestehender Wasserspender
schützt die Studierenden vor Dehydration.
Da die Hitze insbesondere die Innenräume stark betrifft, bietet sich die Nutzung der Außenbereiche der Campi als Lernort an, um der Hitze auszuweichen. Dort sorgen allerdings stark versiegelte und aufgeheizte Flächen für eine geringe Aufenthaltsqualität. Durch einige einfache Maßnahmen könnte diese Möglichkeit schon erheblich verbessert werden.
- Besonders von der Hitze betroffenen Freiflächen sollten durch das Aufstellen von Sonnenschirmen und Sitzgelegenheiten aufgewertet werden. Wichtig ist, dass hier auch eine Internetverbindung besteht, sodass auch gearbeitet und gelernt werden kann.
- Einige Teile der Campi sind bereits jetzt durch den Schatten der Gebäude und Bäume angenehm kühl, z.B. die Parkflächen unter den Gebäuden 7, 8 und 9 am CAS. Durch Aufstellen von Bänken und Tischen in diesen Bereichen wäre die Nutzung vorhandener Schattenplätze zum Lernen möglich.
- Am besonders heißen Vorplatz vor Gebäude 10 (CAS) sollte eine Nebeldu-
sche für Abkühlung sorgen. - Die wenigen Bäume auf den Campi sorgen für willkommene Abkühlung. Sie
müssen durch regelmäßiges Gießen vor der Hitze geschützt werden.
Um alle Hochschulangehörigen bezüglich des Umgangs mit Hitze zu informieren,
braucht es einheitliche und umfassende Informationsangebote sowie Kommunikationsangebote bei Problemen. Sinnvoll wäre eine (digitale) Broschüre, welche per Mail und Website veröffentlicht wird und alle wichtigen Informationen zum Thema Hitzeschutz bündelt.
- Zum Umgang mit Prüfungen und Lehrveranstaltungen muss es einheitliche
Regelungen geben. Diese sollten insbesondere umfassen, bis zu welchen Tem-
peraturen das Ablegen von Prüfungen überhaupt noch möglich ist und unter
welchen Bedingungen diese verschoben oder abgebrochen werden können.
Besonders zu beachten sind dabei praktische Prüfungselemente wie Labore. - Um einen Überblick über kühle Orte an der htw saar zu bieten, sollten Informationen zur Klimatisierung im Raumservice sichtbar sein. Die Belegung der Räume sollte auch für Studierende bereits eine Woche im Voraus ersichtlich sein.
- Allgemeine Informationen wie Hinweise zum Verhalten bei Hitze, der Standort von Wasserspendern, die Verfügbarkeit von Duschen uvm. sollten übersichtlich zusammengefasst werden. Hierzu wären auch Aushänge wie die bestehenden zum Energiesparen sinnvoll.
- Um defekte Klimaanlagen, Jalousien und Fenster schneller reparieren zu können, sollte allgemein auf die Möglichkeit zur Meldung von Defekten bei den Hausdiensten hingewiesen werden.
Neben den Maßnahmen, die Gebäude und Campi betreffen, ist es wichtig, den Alltag an der Hochschule den heißen Temperaturen anzupassen.
- Die Ausweitung der Öffnungszeiten der Gebäude sowie der Bibliotheken am
Abend würde die Nutzung kühler Tageszeiten zum Lernen ermöglichen. - Eine Öffnung der Fenster am späten Abend oder frühen Morgen durch die
Hausdienste, den Sicherheitsdienst oder kurzfristig angestellte Studierende
könnte zum sinnvollen Lüften der Gebäude beitragen. - Die Hochschule sollte insbesondere mittags z.B. in der Mensa kühle Getränke, Eiswürfel usw. kostenlos bereitstellen.
- Um die Gesundheitsgefahren durch UV-Strahlung zu mindern, sollte die Hochschule kostenfreie Sonnencremespender mit parfumfreier Sonnencreme an zentralen Orten auf den Campi installieren.
Die Auswirkungen der globalen Erwärmung werden in den kommenden Jahren stetig zunehmen und zu immer häufigeren und längeren Hitzephasen führen. Die Vorbereitung auf diese Umstände ist unumgänglich und sollte schnellstmöglich beginnen. Dazu ist es zentral, dass die Hochschule einen umfassenden Hitzeschutzplan erstellt, der vorhandene Probleme identifiziert und passende Maßnahmen ermittelt. Auf dieser Grundlage sollten die entsprechenden Maßnahmen zügig umgesetzt werden. Dabei ist eine Verzahnung mit dem Hitzeaktionsplan der Stadt notwendig.
Wichtigster Inhalt der Planung sollte die Umrüstung der Gebäude sein. Dazu müssen die Hörsäle, Lernräume und Labore umfassend mit Klimaanlagen und Beschattung ausgestattet werden. Auch sollte eine Begrünung von Dächern und Außenfassaden geprüft werden, um das Aufheizen der Gebäude zu reduzieren
Der aktuelle Zustand des CAS macht die Gebäude der htw saar im Sommer zur Hitzefalle. Zentraler Baustein des zukünftigen Umgangs mit Hitze muss deshalb eine umfassende Umgestaltung des Campus sein. Diese hätte auch abseits des Hitzeschutzes viele Vorteile, etwa eine bessere Aufenthaltsqualität, eine bessere Außendarstellung und eine Steigerung der Biodiversität. Kernzone dieser Maßnahmen sollte der besonders versiegelte und dadurch besonders heiße Platz vor Gebäude 10 sein.
- Der Campus benötigt dringend mehr Bäume, die für Schatten und Abkühlung sorgen.
- Fest installierte Sonnenschirme, Sonnensegel und andere Beschattungs-
maßnahmen sollten betroffene Flächen kühlen. - Das Installieren eines Außenwasserspenders macht Trinkwasser auch auf
dem Campus zugänglich. - Schaffung vieler Sitzplätze in allen Außenbereichen, insbesondere an schattigen Orten.
- Entsiegelung und Begrünung stark versiegelter Flächen, insbesondere der
Parkplätze. - Gewinnung neuer Aufenthaltsflächen durch das Reduzieren der Parkfläche
zugunsten von Sitzplätzen und Grünflächen, bspw. auf dem Schotterparkplatz zwischen den Gebäuden 3,4 und 6 (CAS).